Theo Vilmos führte eine ganz normales Leben. Er war Sänger einer unbekannten Punk-Band, hatte einen schlecht bezahlten Nebenjob und seine Freundin Catherine war schwanger. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: seine Freundin verließ ihn, nachdem sie ihr Kind verlor, er kehrte der Band seinen Rücken zu und verlor obendrein seinen anderen Job. Seine verwitwete Mutter erkrankte schwer und starb, nachdem er sich wochenlang um sie gekümmert hatte.
In dem alten Haus, das sie ihm hinterließ, findet er einen Brief seines Großonkels Eamonn Albert Dowd, von dem er zuvor nie gehört hatte. Dieser Brief verweist auf ein Schließfach einer alten Postbank, in dem er ein seltsamen Tagebuch findet.
Theo beschließt, sich vorerst aus dem normalen Leben zurückzuziehen und fährt mit seinem Motorrad in die Berge, um sich über einiges klar zu werden. Während seines enthaltsamen Aufenthalts in einer einsamen Berghütte blättert er in dem alten Tagebuch, das die spannende Reise seines Großonkels beschreibt, die ihn in die Welt Faerie führte.

Theo Vilmos gelangt ebenfalls in diese magische Feenwelt und wird in undurchschauliche Intrigen verwickelt, dessen Zentrum er selbst darstellt. Jedes der regierenden Häuser scheint ein großes Interesse darin zu haben, ihn entweder zu entführen oder gar zu ermorden. Nur wenige der ihm fremden Kreaturen sind bereit ihm zu helfen. In einer ihm vollkommen unbekannten Welt ist er auf jede Hilfe angewiesen.
Tad Williams beschreibt mit viel Liebe zum Detail diese magische Welt, die nur kaum der unseren gleicht. Bahnhöfe verändern ihren Standort, die selben Gänge in den Häusern führen zu unterschiedlichen Räumen und blinde Kreaturen werden als Chauffeure eingesetzt. Glaubhaft ist die Verzweiflung und das Unverständnis des Sängers Theo dargestellt, der mit Anstengung versucht nachzuvollziehen, warum gerade er der Sterbliche ist, nach dem sogar Soldaten ausgeschickt werden. Nur sehr langsam beginnt er die Zusammenhänge zu verstehen, die auch dem gebannten Leser bis zum Schluß vorenthalten werden.
Auch wenn Williams sich viel Mühe gegeben hat, dem Leser zu vermitteln, wie diese Welt aussieht und funktioniert, gelingt es ihm nicht immer. Dies liegt wohl größtenteils daran, daß diese Geschichte auf weniger als 700 Seiten gebannt wurde, während seine sonstigen Geschichten die 3.000 bei weitem überschreiten.
Die häufigen Zufälle, die Theo und seine Freunde aus den verzweifelsten Situationen entkommen lassen, wirken stellenweise stark konstruiert. Das gleiche gilt teilweise für die wie unwahrscheinliche Zufälle wirkenden Ereignisse, die aber am Ende beginnen einen Sinn zu ergeben. Auch wenn dies einige Leser stören mag, zeichnet gerade dies eine spannende Geschichte aus.

Und genau das ist The War of the Flowers, eine fantastische und obendrein spannende Geschichte, die den geneigten Leser bis zur letzten Seite fesseln wird. Man wünscht sich regelrecht es wäre wieder eine Trilogie geworden und nicht bei diesem einen Buch geblieben.

(pms)