Die Verbündeten von Prinz Josua verbarrikadierten sich in der Festung Naglimund und schickten den jungen Simon zusammen mit dem Troll Binabik und ihre Gefährten gen Norden, auf die Suche nach dem legendären Schwert Thorn, das einst dem Ritter Camaris-sá-Vinitta gehörte. Miriamele, die Nichte des Prinzen, nutzte das Chaos der Vorbereitungen auf die bevorstehende Belagerung durch die Armeen des neuen Kaisers Elias, um sich zusammen mit dem Priester Cadrach heimlich nach Nabban aufzumachen, wo sie nach Verbündeten für den anscheinend hoffnungslosen Krieg suchen wollte.
Die Festung wird jedoch von den den Norns überrannt und nur wenige Anhänger Josuas können dem brutalen Angriff der Unsterblichen entfliehen. Währenddessen gerät die von Binabik angeführte Gruppe, der sich auch Jiriki, der Prinz der Sithi, angeschlossen hat, kurz nachdem sie Thorn fanden, in einen weiteren Hinterhalt Ingen Jeggers. Der heftige Kampf wird durch den unerwarteten Angriff des durch den Lärm und der Präsenz des Schwertes geweckten Eisdrachen Igjarjuk so plötzlich beendet wie er begann. Die Überlebenden des Scharmützels werden von den freundlichen Qanuc aufgenommen; jedoch wird Binabik aufgrund seiner nicht wahrgenommenen Pflichten gegenüber seiner Verlobten eingekerkert, um zusammen mit Sludig, der als Rimmersman zu den Erzfeinden der Trolle gehört, hingerichtet zu werden.
Die Prinzessin Miriamele gerät in die Klauen des verbrecherischen Fürsten Streáwe von Perdruin, der wider Erwarten verspricht, sie zu dem freundlich gesinnten Priester Dinivan zu bringen. Auch wenn jede Hoffnung verloren zu sein scheint, zieht es die mutigen Rebellen zum Abschiedsstein, der ihnen in ihren Träumen immer wieder erscheint.

Der zweite Teil der Saga befasst sich mehr mit den umfangreichen Mythen von Osten Ard als mit den weltlichen Dingen, die im ersten Band umfassend beschrieben wurden. So tauchen immer häufiger Sithi, Norns und Qanuc auf, die die meisten der Charaktere nur aus Legenden kannten, die kaum jemand auch nur ansatzweise für wahr hielt.
Die häufig vorkommenden Traumsequenzen, die meist über mehrere Seiten gehen, können einen unaufmerksamen Leser leicht verwirren und ergeben manchmal erst einige Kapitel später oder gar am Ende der ganzen Saga einen Sinn.
Die märchenhaften Erzählungen wechseln sich rasant mit überraschenden, heftigen Kämpfen und ausführlichen Beschreibungen von Tod und Verderben, die über das einst prachtvolle Land ziehen, ab. So baut Williams eine ungewöhnliche Spannung auf, die einen schon fast dazu bringt, ganze Passagen zu überspringen, nur um zu erfahren, was an einem bestimmten Ort als nächstes geschieht.
Williams versteht es ebenfalls die Verzweiflung der Überlebenden des Naglimund-Massakers darzustellen und auch die Neugier und Abenteuerlust des jungen Simon Snowlock, der immernoch unter dem tragischen Tod von Doktor Morgenes leidet, glaubhaft zu vermitteln.

Der Abschiedsstein übertraf meine Erwartungen bei weitem. Der erste Teil der Saga baute die Spannung langsam auf und Williams schaffte es, diese den zweiten Teil über aufrechtzuerhalten und die zahlreichen und interessanten Charaktere noch besser darzustellen. Das Werk ist eine gelungene Fortsetzung, die man nur zu gerne in einem Stück verschlingen würde. Für jeden der den ersten Teil bereits gelesen hat ist dies demnach ein Muss.

(pms)