Wer kennt nicht den alten Klassiker von Sid Meyer, der sicherlich jeden zweiten Computerbesitzer stundenlang vor dem Monitor fesselte? Damals wurde ein neues Genre im PC-Spiele Bereich geschaffen, das bis heute immer weiter wächst. Und das mit gutem Grund.

Als Anführer der eigenen Rasse ist es die Aufgabe der Spieler aus ein paar Menschen ein Imperium aufzubauen. Genau wir bei dem Computerspiel beginnt jeder mit nur einem Siedler und von da an muß man sein Reich um das Mittelmeer herum ausbreiten. Anders als gewohnt spielt man nicht bis ins dritte Jahrtausend sondern nur in der Vergangenheit, von der frühen Steinzeit bis hin zur späten Eisenzeit.

Rundenweise kümmern sich die Spieler nun um den Wachstum ihres Volkes und müßen die so neu gewonnene Bevölkerung geschickt über den Spielplan bewegen, um strategisch günstige Länder einzunehmen. Einige bieten gute Voraussetzungen für eine Stadt, manche haben einen Anschluß an das Meer, einige sind gefährliche Hochwassergebiete. Manchmal ist es aber auch ein ausbrechender Vulkan, der eine ganze Stadt verwüstet. Mit den ersten Städten bekommt das Volk auch die ersten Handelswaren, um so mehr Städte, um so wertvoller die Ware.

Dann beginnt der wichtigste Teil des Spiels, der Handel. Wenn zwei Spieler mehr als zwei Handelskarten besitzen, dürfen sie anfangen zu tauschen. Der Anbieter sagt dem Interessenten, was für einen Wert die Karten, die er tauschen will, insgesamt haben und nennt eine der angebotenen Handelswaren. Zum Beispiel sagt er: Korn im Wert von 20. Das heißt nicht, daß er nur Korn anbietet, sondern lediglich das Korn dabei ist. Dann macht der Interessent sein Angebot, nach der gleichen Methode. Wenn Beide einverstanden sind, werden die Karten ausgetauscht. Dabei gibt es dann manchmal ein böses Erwachen, denn unter den Handelskarten sind ab und zu auch Katastrophen zu finden. Einige müssen sofort ausgespielt werden und andere kann der Spieler, der sie gezogen hat, noch in einem Handel einem anderen Spieler unterjubeln. So kann ein anscheinlich glücklicher Handel die gesamte Zivilisation in der Entwicklung weit zurückwerfen.

Mit Geld, das man durch Steuern einnimmt, und den Handelskarten können einzelne Errungenschaften erworben werden, die benötigt werden, um auf der Entwicklungstabelle vorzurücken. Es gibt aber auch "Technologien", die dem Volk wichtige Vorteile bringen, wie den Erstschlag im Kampf, Schutz vor Hochwasser und Weben, damit die Schiffe mit Segeln ausgerüstet werden und so die Küsten verlassen können.

Wenn die Population groß genug ist, kann man den ersten Angriff wagen. Der Kampf wird völlig ohne Zufall abgehandelt, weshalb man sich hier nicht auf sein Glück verlassen kann. Als erstes stirbt ein Angreifer, dann ein Verteidiger und immer so weiter, bis entweder nur noch ein Volk in dem Feld lebt oder die maximale Bevölkerungszahl des Gebietes erreicht wurde.

Denn um die Expansion noch zu erschweren können in einem Land immer nur eine bestimmte Anzahl von Menschen überleben. Wenn in einem Land zum Beispiel 5 Einheiten überleben können, sich 4 dort befinden und ein anderer Spieler 5 weitere in das Feld zieht, überleben 2 bzw. 3 Einheiten der jeweiligen Rasse. Von da an greifen sie sich nicht mehr an, da daß Land fruchtbar genug ist, um alle friedlich leben zu lassen. Sollte das Maximum am Ende einer Runde mal überschritten sein, sterben die Menschen, unfähig sich zu ernähren.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen gibt es hier immer wieder die Möglichkeit, eine erhabene Rasse um ihre Macht zu bringen. Sollten zum Beispiel Piraten, Hochwasser und eine Hungernot zu gleich kommen, dann ist es schwer, viele Einheiten zu behalten.

Jeder Spieler startet an einem festgelegten Punkt, abhängig von der gewählten Rasse, der nicht unbedingt eine gute Startposition sein muß. Solch ein Nachteil wird dadurch ausgeglichen, daß die Anforderungen für einen Sieg nicht so hoch liegen.

Ein weiterer Clou des Spiels ist, daß für das Geld und die Bevölkerung die gleichen Spielsteine benutzt werden, was schnell dazu führen kann, daß der Wachstum aufhört und die Menschen ihre Steuern nicht zahlen können, was dazu führt, daß Revolten die glorreiche Zivilisation schwächen und so verwundbar macht.

Um den ganzen Handel, der ca. 50% des Spieles in Anspruch nimmt, einen Sinn zu geben, erhöht sich der Wert einer Ware, um so mehr man von der gleichen Sorte hat. So sind 4 "Felle" schon mehr Wert, als ein "Gold".

Leider gibt es aber nur 11 verschiedene Waren, was alles ein wenig beschränkt. Dafür sind die wertvolleren Waren aber auch erst mit 9 Städten (Maximum) erhältlich. Und selten gelingt es, 9 Städte mehrere Runden über aufrechtzuerhalten.
    Auch die geringe Anzahl an Katastrophen stört etwas, da nach einiger Zeit schon der Witz verlorengeht.

Die Regeln sind sehr einfach gehalten und sollten niemanden überfordern, auch wenn die ersten Runden schon noch mit der Anleitung neben sich gespielt werden müssen, aber bei welchem Spiel muß man das nicht...

Fazit

Civilization ist die geniale Vorlage zu dem wohl sehr bekannten, genialen, gleichnamigen PC-Spiel. Stundenlanger Spaß ist garantiert, wenn man genügend Spieler auftreibt, die genügend Zeit haben. Aber es gibt die Gefahr, daß es einem nach 10 Spielen (über 100 Stunden) doch nach etwas anderem verlangt.

(pms)