Das Spiel ist zeitlich kurz vor dem ersten Weltkrieg einzuordnen, so sagt zumindest die Anleitung, die sich dort auch nicht weiter festlegt. Die sieben Länder, Großbritannien, Österreich/Ungarn, Frankreich, Deutsches Reich, Italien, Rußland und das Osmanische Reich, müssen versuchen, mit ihren Einheiten insgesamt 18 Versorgungszentren zu erobern, von denen es 34 Stück in ganz Europa gibt. Natürlich können sich auch Regierungen zusammenschließen und so einen schnelleren und geteilten Sieg erreichen. Und um es noch genauer zu sagen: Man muß sich verbünden, da ein Land maximal zehn Zentren besetzen kann.

Um solch ein Pakt zu schließen muß natürlich verhandelt werden und dies wird vor jedem Spielzug getan. Diejenigen, die verhandeln wollen, verlassen am besten den Raum, um ihre geheimen Gespräche unbelauscht durchzuführen. Dabei darf jeder mit jedem verhandeln, wobei das vereinbarte nicht eingehalten werden muß. So wird Verrat und Paranoia zur Tagesordnung.

Die 18 Zentren müssen mit den insgesamt achtzehn Einheiten erobert werden. Dabei stellt eine Hälfte die Armeen und die andere Hälfte die Flotte des Reich dar. Alle Einheiten der Länder werden zeitgleich gezogen, was heißt, daß es keine Runden wie bei Risiko oder ähnlichem gibt. Um dies zu bewerkstelligen schreibt jeder Spieler bevor die Züge ausgeführt werden jeden einzelnen Zug genau und geheim auf. Dabei muß auf ein genaues Muster geachtet werden, denn wenn dieses nicht benutzt wird, ist der Zug ungültig und die Einheit bleibt stehen. Einheiten können ihre momentane Situation Halten, sich Bewegen/Angreifen oder eine andere Einheit im Kampf unterstützen. Flotten können zusätzlich Armeen transportieren.

Der Kampf läuft ohne Würfeln, also ohne Zufall, ab. Eine Einheit muß sich aus einem Kampf zurückziehen, wenn sie mit einer Übermacht angegriffen wird. Wenn sie sich nicht zurückziehen kann, wird sie ausgelöscht. Dies ist die einzige Möglichkeit eine Einheit zu vernichten und nicht gerade leicht.

Die Züge sind in Halbjahre aufgeteilt. Am Ende des zweiten Halbjahres, kann ein Land seine Armeen aufstocken, wenn seine momentan Armeen und Flotten zusammen nicht seine gesamtzahl von Versorgungszentren übersteigt.

Das Spielprinzip ist im Grunde sehr simpel und das macht es noch wesentlich interessanter. Niemand braucht Würfelglück oder eine Menge Spielerfahrung. Ein wenig Psychologie und eine Menge Verhandlungsgeschick sind hier eher von Nöten. Und zur Beruhigung vieler: Hier kann jeder bis zum Ende mitspielen, da es sehr schwierig ist, völlig ausgelöscht zu werden. 

Fazit

Diplomacy ist ein spannendes Spiel, das regeltechnisch niemanden überfordern wird. Der Kauf lohnt sich wirklich, auch wenn es einigen, die lieber Monster plätten wollen, vielleicht etwas zu anspruchsvoll ist.

(pms)