
Twilight Imperium
Twilight Imperium
Pax Magnifica Bellum Gloriosum
Das Handbuch hält sich nicht lange mit Vorgeschichten auf, es handelt sich also einfach um ein Sternensystem, in dem sich bis zu sechs Rassen bekämpfen, austricksen, betrügen, ausspionieren und andere Dinge aushecken, um an die Macht zu kommen, Imperium Rex zu werden.
Dafür gibt es aber für jede Rasse eine halbe Seite an Geschichte, die zwar nicht wichtig aber dennoch recht interessant ist.
Die eben genannten "Reibereien" der Rassen finden auf einem dreiundsiebzig Hexfelder großem Sternensystem statt, das von Spiel zu Spiel unterschiedlich ist, da die Felder an die Spieler verteilt werden und diese dann die Galaxie erstellen. Die Hexfelder unterscheiden sich in der Anzahl der darin enthaltenen Planeten, deren Ressourcen und den bringenden Einfluß. Es gibt allerdings auch Systeme, die lediglich Asteroidenfelder, Super-Novae oder ein Wurmloch enthalten. Die Spieler dürfte allerdings nur die Planeten interessieren, da mit den gewinnbringenden Ressourcen Schlachtschiffe, Carrier, Kreuzer, Fighter, Bodentruppen, P.D.S. (Planetary-Defense-System) und Technologien gekauft werden müssen. Diese werden wiederrum eingesetzt, um weitere Planeten zu erobern und die Feinde in die Knie zu zwingen.
Dies kann allerdings auch politisch geschehen, indem man seinen Einfluß während der politischen Phase geltend macht und ein paar Gesetze einführt, die ihn in seiner Produktion hindern. Allerdings muß man sich vorher der Unterstützung anderer mächtiger Herrscher sicher sein, um die nötigen Stimmen zu erhalten. Bei dieser kleinen "Freundschaft" hilft vielleicht auch ein Handelsvertrag der nicht nur Geld bringt sondern auch ein kleines Friedensabkommen ist, da der Vertrag bei kriegerischen Handlung der beiden Rassen zur Auflösung führt.
Aber auch eine Menge Aktions-Karten können bei dem Feldzug helfen, so ermöglichen einige das passieren von feindlichen Systemen oder zum Beispiel das Ermorden feindlicher Wissenschaftler.
Aber nun einmal zum Spielablauf an sich. Zuerst wird wie schon beschrieben das Sternensystem erstellt und die Heimatwelten verteilt. Zu Beginn jeder Runde wird kontrolliert, ob eine Rasse die nötigen Anforderungen erfüllt, um auf der Fortschrittstabelle einen Platz vorzurücken. Diese reicht vom Warlord über die Republik bis zum Ziel, Imperium Rex. Danach beginnt die Markt-Phase, in der die Spieler Aktionskarten austauschen und sich kleine Geschenke in Form von Geld zukommen lassen können. Nach der folgenden schon beschriebenen Politik-Phase werden Aktionskarten gezogen. Danach bekommt jeder so viele Credits (die Währung) wie sie Ressourcen kontrollieren, wobei es schon die ersten Probleme geben kann. Es gibt einige Karten, die die Ressourcen permanent senken können, so daß man schnell mal den Überblick verlieren kann. Es empfiehlt sich, die Ressourcen für jeden Spieler zu notieren und diese immer entsprechend zu modifizieren, was auch um einiges schneller geht als jedesmal die Planeten abzuklappern.
Nun dürfen die Spieler Einheiten und/oder Spacedocks, die den Bau von Einheiten ermöglichen, kaufen. Die Einheiten unterscheiden sich in ihren Kosten, ihrer Kampfesstärke und ihrer Bewegungsweite. Fighter sind die einzigen Raumschiffe, die nicht ohne Begleitung eines Carriers fliegen dürfen, da sie zu wenig Sprit haben. Die soeben erworbenen Einheiten werden zuerst beiseite gelegt und erst später eingesetzt.
Je nach Einfluß beginnen die Spieler nun ihre Einheiten zu bewegen, zu kämpfen und eventuell Planeten zu invasieren und bombadieren. Dabei verhindert P.D.S. das bombadieren eines Planeten und kann zusätzlich noch auf feindliche Einheiten schießen, die sich im selben System befinden.
Ein gern gesehenes Ziel der Angriffe ist ein Planet namens Mecatol Rex der alleine schon neun Einflußpunkte bringt, wobei mit unter dreißig davon benötigt werden, um das Spiel zu gewinnen. Dieser Planet befindet sich immer im Zentrum des Universums und ist von jedem Heimatsystem gleichweit entfernt.
Nachdem alle Kampfhandlungen beendet wurden werdrn kurz die neuen Ressourcen- und Einfluß-Werte niedergeschrieben und die Einkommen der Handelsabkommen ausgezahlt. Danach hat jeder Spieler die Möglichkeit neue Technologien zu erwerben. Diese unterteilen sich in drei Kategorien, den Antrieb, die Waffen und Allgemeines. In jeder Kategorie gibt es sechs Fortschritte, die von Bewegungsmodifikatoren über biologische Kampfstoffe bis hin zum Beamen von Einheiten führen. Diese Fortschritte sind ebenfalls nötig, um zum Imperium Rex gewählt zu werden.
Am Ende jeder Runde werden die neuen Einheiten neben die jeweiligen Spacedocks verteilt. Eine der achtzehn technologischen Neuerungen bewirkt, daß die Einheiten schon beim Kauf gesetzt werden können, was das ganze Machtgefüge etwas verschiebt.
Zu erwähnen wäre auch, daß sich jede einzelne Rasse von der anderen stark unterscheidet. So haben sie eine unterschiedliche Anzahl von Planeten in ihrem Heimatsystem, unterschiedliche Credits, Ressourcen und Einfluß am Anfang. Ebenfalls hat jede Rasse ihre eigenen Spezialfertigkeiten. So können die Hacan kämpfen, ohne daß sie ihre Handelsabkommen verlieren, ebenfalls kann niemand ihre Handelsverträge kündigen. Die Jol-Nar hingegen sind begabte Forscher, so daß sie zehn Credits weniger für jede Neuerung investieren müssen, dafür sind sie aber schlechte Kämpfer. So ist ihr schlimmster Feind die N'Orr, eine Rasse, die nur auf Kampf aus ist. Die Xxcha profitieren von Handelsabkommen, indem sie Einfluß durch diese bekommen. Ebenfalls haben sie die Fähigkeit drei mal im ganzen Spiel Politikkarten einfach zu entfernen. Die Letnev sind ebenfalls eine kriegerische Rasse, haben aber nur Vorteile im Kampf, wenn sie einen aktiven Handelsvertrag besitzen. Die Menschen erhalten für jeden neu besiedelten Planeten extra Einfluß und erhalten zwei ExtraCredits für jeden Handelsvertrag, den sie abgeschlossen haben. Auch die anfänglichen Technologien unterscheiden sich weitgehendst, so haben die Menschen simple Waffen, dafür aber einen guten Antrieb. Die Letnev dagegen haben nur Fortschritte im Waffengebiet erzielt usw.
Damit aber während der Rassenwahl keine Streitigkeiten auftreten empfiehlt das Handbuch, das die Rassen zufällig verteilt werden. Denn was hat man davon, wenn jeder die Letnev haben will, was mich immer an Risiko erinnert, wo jeder die schwarze Armee für sich beanspruchen will.
Fazit
An sich ist dieses Spiel, das mich stark an "Master of Orion II" erinnert, ein sehr gelungenes Brettspiel, das die Spieler stundenlang an den Verhandlungstisch fesseln kann. Und durch die große Auswahl an Aktionskarten und den interessanten Technologien kann sich das Blatt immer schnell wenden. Aber Vorsicht, denn das Spiel kann auch Freunde kosten. Also versichert euch vorher, daß die Mitspieler auch bereit sind, zu verlieren ohne gleich umsichzuschlagen. Dieses Spiel ist und bleibt mein Favorit.
(pms)| Links | ||
|---|---|---|
| Fantasy Flight Games | - | Englische Seite des Herstellers mit einigen FAQs. |