Geschichten

Tikian, the DragonmageDas Erbe der Drachen  .htm  .pdf 

Es war in einer September Nacht, als ein plötzlich aufschallendes und unerträgliches Getöse die Ruhe brach. Ich war gerade damit beschäftigt ein kleines Nickerchen zu halten, um bei dem Zauberduell, welches am folgendem Morgen stattfinden sollte, mit vollen Kräften anwesend zu sein. Doch wie soll man bei diesem Lärm schlafen? Da es mir nun sowieso nicht mehr möglich war ein Auge zu schließen, erhob ich mich aus meiner Nische, die ich mir für die Nacht zurechtgemacht hatte, um zu sehen, was vor sich ging. Selbst mein treues Pferd wurde Scheu von dem ganzen Lärm. Mit ruhigen Worten redete ich ihm zu, damit er sich beruhige. Da war schon wieder dieser ohrenbetäubende Knall zu hören. Noch während ich in den Himmel starte und ein rötliches Glühen über den Bäumen erblickte, riß sich mein Pferd los und machte sich schleunigst davon. Nun wurde es mir aber wirklich zu bunt. Ich packte mein Schwert und kämpfte mich mit seiner Hilfe langsam durch das Gestrüpp in die Richtung aus der dieser grauenvolle Lärm kam. Ich war kaum 20 Schritt vorwärts gekommen, als ich plötzlich den Lärm von Kämpfe hörte. "Was bei den Niederhöllen geht hier vor?", dachte ich bei mir und betrachtete von neuem das helle Erleuchten am Firmament. Nein, ein Gewitter konnte das nicht sein, die Farben stimmten nicht mit dem hellen Leuchten von Blitzen überein. Aber was war es dann? Eine Explosion? Langsam und vorsichtig schlich ich näher, doch noch bevor ich etwas erkennen konnte, wurde ich mit einem Male von einem heftigen Windhauch umgestoßen. Unsanft landete ich auf dem Rücken und blickte starr nach Oben. Über mir flog eine gewaltige Gestalt hinweg und schien mich überhaupt nicht bemerkt zu  haben. [mehr]

Philippe Maurice SchoberDer Banküberfall  .htm  .pdf 

Die Drei packten ihre Sachen zusammen, um einen ihrer bisherigen größten Aufträge zu erfüllen. Ein Schieber wurde vom Mitsuhama-Konzern angeheuert, Runner zu finden, die eine Lieferung von Cred-Sticks an eine von Aztechs Banken abfangen sollten. Die erste Gruppe hatte versagt, so mußte jetzt eine zweite rein, um die Sticks aus dem Gebäude zu holen. Es würde ein höllisch schwerer Auftrag werden, sagte der Schieber auf jeden Fall.
Jeder von ihnen war gespannt, denn sie hatten noch eine Rechnung mit Aztech offen. John, Straßensamurai der Extra-Klasse, mehr Maschine als Mensch, polierte seinen Cyberarm zum letzten mal und überprüfte noch einmal seinen diamantverstärkten Zweihänder. Der Zwerg der Gruppe, Ryker, lud seine Schrotflinte nach und packte sich ein paar extra Ladestreifen ein, denn diesmal sollte es keine Überlebenden geben. Devil, der Magier, bereitete schon einige Zauber vor, die ihm schon so oft das Leben gerettet hatten. Aber er vergaß nicht die zwanzig Kilogramm Plastiksprengstoff, die er Aztech "schenken" wollte.
Der Schieber wollte die Besten, also holte er sie sich auch. Er heuerte das "Pain System" an, auch wenn zwei der Mitglieder nicht dabei waren, Nolan, ebenfalls ein militanter Straßensamurai und Cosmo, ein eher schwächlicher aber erfahrener Decker. Sie waren sich sicher, das sie die beiden nicht brauchen würden.
Während Devil und Ryker immernoch ihre Waffen checkten und in ihre Halfter steckten, parkte John den vollgepanzerten Mercedes L800-Pullman ein paar Straßen von der Bank entfernt. Sie hatten keinen genauen Plan ausgearbeitet, sie arbeiteten immer spontan, was sie häufig in verzwickte Situationen brachte, aber bis jetzt hatten sie überlebt. [mehr]

Philippe Maurice SchoberDer einsame Krieger  .htm  .pdf 

Ein anfangs ohrenbetäubendes Stimmengewirr durchbrach die Stille und das grelle Licht verschwand und machte einer Straße Platz auf der zahlreiche farbenfrohe Menschen ihren Geschäften nachgingen. Das Moongate schloß sich geräuschlos hinter ihm und seine restlichen Sinne sammelten sich wieder. Leicht verwirrt nahm er das Geschehen um sich herum zur Kenntnis und richtete sich in seinem Sattel wieder auf. Sein treues Ross hatte ihm auch diesmal wieder gute Dienste geleistet, aber die Schlacht war vorbei und die Wunden waren tief. Er führte sein Pferd langsam durch die ihm wohlbekannten Gassen und erreichte schließlich einen Laden, indem er genügend Verbandsmaterial erwerben könne. Als er wieder aus dem Laden kam und seine Verletzungen provisorisch behandelte, bemerkte er eine kleine Hand, die nach seinem Geldbeutel griff. Blitzschnell fuhr er herum und ergriff den Arm des Diebes. Aber was er sah war kein Schurke, sondern ein untersetzter kleiner Junge, der ihn mit großen runden Augen ängstlich anschaute. Er ließ ihn los und gab ihm ein paar Goldstücke und ein wenig seines Brotes. Britain, die Stadt in der Reichtum und Armut aufeinanderprallen. Er mochte die Stadt nicht, er war hier zwar aufgewachsen, konnte sich aber nie mit den hier gängigen Zuständen zufrieden geben. [mehr]

Tikian, the DragonmageDer Geist der Elfe  .htm  .pdf 

Zurückblickend in die Tage die hinter mir liegen umfaßt mich nichts, außer einer Welle aus Schmerz und Trauer. Die Jahre vergehen und doch existiert noch ein winziger Schimmer von Hoffnung, der mich am Leben erhält. Hoffnung darauf, in nicht all zu ferner Zeit meine geliebte Itemir wiederzusehen.
Vor 7 Jahren, als noch die schweren Kriege zwischen den Elfen und den Armeen der Orks stattfanden, verlor ich sie.
Obwohl mein Herz unter Qualen zu zerbrechen erscheint, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, werde ich meine Geschichte erzählen. Es begann alles so friedlich und wunderbar. Und mit jeder Faser meines Körpers genoß ich diese Jahre.
Ich lernte Itemir damals kennen, nachdem ich bei einem Kampf gegen drei Sklavenhändler gefangen genommen wurde. Vier Tage reiste ich zusammen mit anderen Sklaven durch das Land, bis sie eines Tages erschien.
Sie war so voll Stolz, wie sie dort oben auf einem Hügel stand, und auf unseren Wagenzug herabblickte. Der Wind blies durch ihre goldenen Haare und verwandelte sie in eine Welle aus Glanz, die sich um ihr Antlitz schmiegte, welches so makellos, und von solcher Schönheit war, daß ein jeder für sie gestorben wäre. Doch trotz ihrer so sanften Augen spiegelte sich etwas in ihren leuchtend grünen Augen. Haß! Haß auf unsere Peiniger und auf die Sklaverei. [mehr]

Philippe Maurice SchoberDie Kolonie  .htm  .pdf 

Es schien ein einfacher Auftrag zu sein. Vielleicht würden sie ihn nicht annehmen, wenn nicht genügend dabei für sie herausspringt. Aber immerhin sollten sie für einen hochgestellten Exec bei Renraku arbeiten. Und sich bei einem Sicherheitskonzern gut zustellen, kann nie schaden.
Bis auf ein paar durchschnittliche Dienstfahrzeuge war die Tiefgarage leer.
"Er wird eine schwarz-rote Krawatte tragen...", hatte Noggin, ihr Schieber, gesagt.
"Verdammt, er ist schon eine Viertelstunde zu spät! Wo bleibt der Sack bloß?", Nolan versuchte erst gar nicht Ryker zu beruhigen, denn auch er wurde langsam nervös. Ihre Aufregung verschwand, als einer der sechs Fahrstühle in diesem Stockwerk hielt. Sie fuhren den Geschützturm ihres Mercedes L800 Pullman aus und zielten auf die Tür. Falls sie nur eine Waffe sehen würden, müßte Renraku sich neue Fahrstühle zulegen. Dem war nicht so. Zwei korpulente Männer in teuren Anzügen kamen heraus und unterhielten sich lautstark. Anscheinend war der kleinere, welcher ihnen Mr. Johnson zu sein schien, der Schwiegersohn des anderen, denn er sprach immer von seiner Tochter, während der Kleine sie seine Frau nannte. Nach kurzer Zeit fuhr Johnsons Schwiegervater wieder mit dem Fahrstuhl nach oben. Ängstlich schaute sich der Kleine um.
Ryker stieg aus und ging auf Mr. Johnson zu, während Nolan sich von hinten näherte. Als Ryker entdeckt wurde, grüßte der Kleine ihn vorsichtig und gab sich als Mr. Simpson zu erkennen. Ryker antwortete nicht, sondern ging weiter auf ihn zu, bis er einen Meter vor ihm stand. Während dessen erreichte Nolan den Rücken von Mr. Simpson und hielt im eine geladene Savalette Guardian an den Hinterkopf. [mehr]

Christopher BünteEin wahrer Held  .htm  .pdf 

Es begab sich vor gar nicht so langer Zeit, daß sich drei berühmt-berüchtigte thorwaler Korsaren in ihrer Heimatstadt trafen. Die Freundschaft der Drei währte schon mehrere Jahrzehnte, doch sah man sich selten, da jeder unter anderer Flagge und mit anderem Ziel die Meere befuhr. Am Abend der Sommersonnenwende - so hatte man vor langer Zeit vereinbart - wollte man sich jährlich treffen. Falls einer der Piraten nicht erschien, wußten die anderen mit Sicherheit, daß es um den anderen geschehen war und er nun in Borons heiligen Gefilden wandelt. In dem Jahr, von dem ich heute nun berichte, fand das 32. Sonnenwend-Treffen statt, und bisher hatte keiner der drei Thorwaller das Treffen je versäumt.
Man traf sich schon immer im Gasthaus Drachentod, wo der Abend seinen Anfang nahm. Der Wirt stellte grundsätzlich mehrere Fässer Rum und Met bereit, denn drei durstige Seemänner wollten schließlich ausreichend bewirtet werden. Auch die Ortsansässigen kamen an jenem Ort zusammen, um einmal im Jahr den spannenden Geschichten der drei Freunde zu lauschen, denn das Treffen der Korsaren war im Laufe der Zeit sehr bekannt geworden.
Die drei Piraten waren mit ihrem Mahl fertig und saßen nun mit runden Bäuchen und zufriedenen Gesichtern am Tisch. Im übrigen Teil des Schankraumes befanden sich Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die gespannt den Worten der Drei lauschten. Zunächst war der Gesprächswechsel uninteressant. Es ging dabei um die neuesten Ottas und den Sklavenhandel in Al'Anfa, um den Unterschied zwischen dem Ferdoker und dem Olporter Met, um die launischen Tage Efferds des vergangenen Jahres und um die Preise einer wirklich guten Orknase. [mehr]

Christopher BünteGöttliche Sehnsucht  .htm  .pdf 

"Weiber, pah!" Schwerfällig kratzte sich der Seemann seine stoppelbärtige Wange. "Immer dasselbe mit ihnen. Erst rauben sie dir deinen Verstand, dann dein Gold und schließlich sind sie auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Auf und davon wie ein Blatt im Wind."
Arn bedachte sein Gegenüber mit einem Stirnrunzeln. Der kleine Kerl auf der anderen Seite des Tisches hieß MingTsu und gehörte zur Mannschaft eines Handelsschiffes, das in KuengKung Halt gemacht hatte, um Nahrungs- und Wasservorräte aufzufrischen. Wahrscheinlich hatte er nicht genug Gold in der Tasche, um sich während des Landganges eine Gesha leisten zu können, so dass er sich stattdessen betrank.
Eigentlich hatte Arn den Abend damit beschließen wollen, so viel Schnaps in sich hineinzuschütten, bis er vom Stuhl fiel und ins Bett getragen werden musste. Unversehens setzte sich jedoch MingTsu an seinen Tisch und begann über belangloses Zeug zu plaudern. Zufall? Seit kurzer Zeit hatte sich für Arn die Grenze zwischen Zufall und Schicksal verwischt. Darüber nachzudenken, bereitete ihm oft Kopfschmerzen.
Das Gespräch verlief zunächst sehr einseitig. MingTsu redete über zu teuren Schnaps, über seine jüngste Kneipenschlägerei, über Meerjungfrauen und über viele andere Dinge. Arn hörte zu, nickte beiläufig und trank. Nach einigen Krügen begann der Seemann Arn Fragen zu stellen. Woher er komme? Warum er hier sei? Wie es ihm hier gefalle? [mehr]

Christopher BünteKugelhagel  .htm  .pdf 

Ihre schmutzigen Stiefel auf einen der mit Akten überfüllten LoneStar-Schreibtische werfend blickte sie dem zuständigen Sesselbrüter trotzig in die Augen. Er gab sich die größte Mühe, seinen Zorn zu verbergen. Ihr war das egal. Sie arbeitete zwar für den Sicherheitskonzern und trug den goldenen „Für-Sicherheit-und-Ordnung“-Stern auf der Brust, konnte aber dem bürokratischen Zeug und ihrem hohlköpfigen Abteilungsleiter nicht viel Respekt entgegen bringen. Der dicke, schweinegesichtige Mann vor ihr ballte die Hände vor Wut zu Fäusten.
Als sie nach dem unangenehmen Zwischenfall mit ihren implantierten Sporn und der Limousine ihres Vorgesetzten in dieses Departement versetzt worden war, hatte sie noch nicht geahnt, mit was für Sandsäcken sie gezwungen würde zusammenzuarbeiten. Ihre beiden Partner, Officer Hundesohn und Officer Frankenstein, saßen links von ihr in zwei muffigen Konzernsesseln. Die beiden erschienen ihr wie zwei typische LoneStar-Kriecher, die sich durch ihre Verdienste im Dünndarm ihres Vorgesetzten eine bessere Stellung erhofften. Was sie an der Sache störte, war der Umstand, daß die beiden eine Stufe über ihr in der LoneStar-Hierarchie standen. Diese eingebildeten Wurmfresser könnten ihr soviele Befehle entgegenbrüllen, wie sie wollten. Was zählt, ist, wer am besten austeilt! [mehr]

Matthias BuschPhoenix' Fate  .pdf (Kap. 1-3)  .pdf (Kap. 4) 

'Terra, unsere Welt, ist am Ende, doch ihr Überlebenswille vernichtend stark, reißt andere mit hinein. Wenn jetzt keine Hoffnung mehr besteht, warum nicht von neuem beginnen? Das Auslöschen aller Fehler, als wäre nichts geschehen; der Traum der Menschheit. Doch was, wenn jede Chance vertan wird und unbeachtet vergeht? Können wir ewig ohne Besserung bestehen, bleibt uns das Schicksal gewogen? Können und müssen wir das Schicksal des Phönix teilen?' Ökostoryansätze, aber alles in allem eine Mischung aus High Fantasy und Elfpunk. [mehr]

Philippe Maurice SchoberUnter Quarantäne  .htm  .pdf 

Schon seit fünf Tagen ritten wir durch die Savanne und nichts war passiert. Ab und zu entdeckten wir Rauch, der hinter ein paar Hügeln aufstieg aber das war alles. "Kleine Dörfer. Die halten uns nur auf...", sagte Abakule jedesmal, wenn meine Schwester sie flehend ansah. Sie haßte es, lange Strecken zu reiten, denn sie war Magierin, weshalb ihre ganze Leidenschaft dem Streben nach Wissen gehörte und sie glaubte nicht, dieses auf einem sandigen Pfad zu finden. Manchmal schloß sie sich uns an, um ein wenig herumzukommen. Das sagte sie zumindest, aber wir alle wußten, daß sie nur auf die Silberstücke aus war.
Dieser Auftrag schien auch nicht gefährlich zu sein, nur ein paar Briefe in ein Dorf abliefern und die Antworten zurückbringen. Der Zwerg muß wirklich verrückt sein, soviel Gold dafür hinzulegen. Was sollten wir uns beschweren, lieber zu gut bezahlt, als gar nicht, oder? Aber er sah auch so aus, als wenn er es sich leisten könnte. Das größte Textilgeschäft Throals nennt er sein eigen. Der gesamte Verkaufsraum war ausgeschmückt mit der feinsten Seide, die Wände verziert durch reines Marmor. Als wir in sein Büro traten, um die Angelegenheit zu besprechen, verschlug es uns den Atem. Nicht ein Schmuckstück stand herum. Lediglich ein paar Holzhocker, die um einen spärlich mit Papier besäten Tisch standen, füllten den Raum. [mehr]