Lesum. Für Außenstehende sind schon die Namen böhmische Dörfer. Shadowrun, Battletech, Ruf des Warlock. Doch Philippe Schober und sein Kollege Christopher Bünte lassen die Besucher auf ihrer Internet-Seite bei Null anfangen: "Rollenspiel?" lautet kurz und bündig der erste Menüpunkt. Seit rund vier Jahren ist ihre Seite unter www.lesum.de/pendragon zu finden. Zwischendurch ein wenig vernachläßigt, soll sie jetzt wieder zu fantastischem Leben erblühen.

Die Internetseite entstand, erinnert sich Philippe Schober, als Teil der Aktion "Schüler ans Netz" und befand sich damals noch auf einem Server des Sterns. Rollenspiel-Erfahrungen hatten allen vier Jugendlichen bereits gesammelt, als sie anfingen, die Homepage zu gestalten. Philippe zum Beispiel hat Schwarzes Auge gespielt, ein bisschen Dungeons and Dragons, am meisten aber Shadowrun und das strategische Battletech.

Worum geht es eigentlich? Bei Rollenspielen (kurz RPG vom englischen Role-Playing-Game) schlüpfen die Mitspieler in Gedanken in die Haut einer fantastischen Figur mit all ihren Eigenschaften. Und sie erleben dann am Spieltisch Abenteuer als Zwerg, Kampfroboter oder Söldner in einer düsteren Zukunft. Das alles spielt sich dabei hauptsächlich im Kopf ab.

Für Menschen, die noch nie Rollenspiele ausprobiert haben, ist der Zugang nicht ganz einfach, weiß Philippe Schober. wer es aber drei oder vier Abende lang gespielt habe, sei meist begeistert. Dazu kommt noch die Schwierigkeit, eine passende Gruppe zu finden. Rollenspiele werden in der Regel in größeren Runden gespielt. Der 21-jährige Philippe hat zum Beispiel versucht, acht Mitstreiter für eine Dungeons-and-Dragons-Runde zusammenzubekommen. Da ist auch bei manchen Spiel-Willigen eine Hemmschwelle vorhanden, in eine eingeschworene Gemeinschaft zu gehen. Die Pendragon-Seite hat in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen erlebt. Zwei der ursprünglichen Seitenbauer sprangen laut Philippe Schober gleich am Anfang wieder ab. Nach der Schule gab es während des Zivildienstes dann ein Zeitproblem. Christopher Bünte macht zum Beispiel noch in Hamburg Zivildienst. Philippe hingegen findet während seines Informatik-Studiums wieder mehr Zeit, um sich der Homepage zu widmen. Gerade sind Semesterferien.

Was bietet die Seite? Zunächst mal einen Überblick. Es gibt Artikel über verschiedene Rollenspielsysteme, über Neuerscheinungen, Anleitungen zum Bemalen von Miniaturen und einen etwas verwaisten Kontaktbereich. Da finden sich Rollenspiel-Geschichten und nachspielbare Abenteuer und natürlich Links zu anderen Rollenspielseiten. Viel Text, wenig Bilder. Es gibt aber nach Philippe Schobers Einschätzung im deutschsprachigen Raum nur wenige unabhängige Seiten zu diesem Thema. Auf den meisten entsprechenden Pages im Internet stellen sich feste Rollenspielgruppen vor, andere sind Firmengebunden.

Philippe Schober hat weitere Pläne mit Pendragon. Die Seite soll nicht einschlafen. So wird es in Zukunft Buchbesprechungen geben. Er selbst liest gerade die 21-bändige Dunkelelfen-Saga und will seine Eindrücke im Netz veröffentlichen. Artikel über Computer-Rollenspiele und Filme sind geplant. Durch eine Partnerschaft mit Amazon und BOL wollen die Lesumer sogar versuchen, ein wenig Geld zu verdienen.

Damit die Seite weiter wächst, sind allerdings Mitstreiter notwendig. Die Pendragon-Macher würden sich freuen, wenn der Kreis der Autoren vergrößert werden könnte. Einmal hat ein Besucher 40 Megabyte Material über das Spiel "Ruf des Warlock" abgeliefert. Aber das war eine Ausnahme.