Knights of the Old Republic
Der Angriff der Mandelorians kam unerwartet und traf die
Republic hart. Zahlreiche Welten fielen ihnen zum Opfer und
sogar Zivilisten blieben nicht von den harten Angriffen verschont. Jedoch gelang es dem
Jedi Revan die unglaubliche Streitmacht mit genialen Taktiken
und Strategien zurückzuschlagen. Der Krieg schien vorüber, jedoch
rechnete niemand damit, daß Revan der dunklen Seite verfiel. Zusammen
mit seinem Schüler Mallak führt er den Eroberungsfeldzug der
Mandelorians fort. Eine gigantische Sith-Streitmacht fiel über die
geschwächte Republic her und selbst die Jedis konnten nichts gegen sie ausrichten. Eine
wahre Hetzjagd auf die Anhänger des Lichts folgte und kaum ein Jedi
konnte sich dem Hass der Sith entziehen.
Mit einem verzweifelten Manöver gelang es einer handvoll Jedi sich
an Bord des Schlachtschiffes von Darth Revan zu begeben und ihn zu
stellen. Als die Brücke von einer Breitseite getroffen wird, geht
Revan zu Boden und der Krieg scheint gewonnen. Jedoch war es Darth
Mallak der seinen Meister niederstreckte, um die Vernichtung der
Republic und der Jedis alleine als Sith Lord fortzusetzen.
Das Spiel beginnt wie gewohnt mit der Charaktererschaffung, die dank des
d20-Systems sehr einfach und verständlich ausfällt. Zur Auswahl
stehen drei unterschiedliche Charaktertypen (Soldat, Schurke und
Scout) die sich in den ihnen zur Verfügung stehenden Talenten
unterscheiden. Wurde die Klasse und das Geschlecht, die anfänglichen Attribute,
Fertigkeiten und Talente ausgewählt, kann das Abenteuer auch schon
beginnen.
Schwere Erschütterungen wecken einen aus dem Schlaf, anscheinend ist
das Schiff unter Beschuß. Der in die Kabine stürmende Soldat bestätigt
einen Angriff durch eine Kriegsflotte der Sith. Anscheinend haben sie
es auf den Jedi Bastilla abgesehen, die sich auf dem Schiff
befindet. Sie war eine von denen, die Revan gestellt hatten und ist
wichtig für die Republic, denn man hofft auf einen zweiten
solchen Erfolg, um auch Darth Mallak zu besiegen.
Ohne eigentlich genau zu wissen, was los ist, schließt man sich dem
jungen Soldaten an und beginnt sich zur Brücke des Schiffes
durchzukämpfen. Dabei sieht man das ganze Geschehen aus der Sicht
eines Dritten, die Kamera schwebt also hinter dem jungen
Helden. Welcher Charakter der maximal drei Mann starken Truppe gerade
direkt gesteuert wird, läßt sich schnell auswählen. Sollte es zu einem
Kampf kommen, kann das Spielgeschehen jederzeit pausiert werden, um Befehle
zu vergeben und die Ausrüstung anzupassen. All dies wird einem auch
von dem Soldaten erzählt, der hier die Rolle des Tutorials
übernimmt. Sollte einem dies nicht reichen, so kann man auch die
zahlreichen PopUps durchlesen, die einem sowohl das Interface als auch
die Regeln recht genau erklären.
Die Gefolgsleute des Helden verhalten sich im Kampf zwar eher
ungeschickt, da sich die gegnerischen Truppen aber ebenso stümpferhaft
benehmen, ist dies kein großer Nachteil. Allerdings kann es vorkommen,
daß einzelne Kämpfer nicht ins Kampfgeschehen eingreifen, obwohl man
ihnen die betreffenden Befehle gab, oder sie dem Gegner sogar noch den
Rücken zuwenden. Ist der Kampf aber dennoch gewonnen, können die
Leichen der Kontrahenten geplündert werden. Hierbei wird jedesmal
deren gesamtes Inventar eingesammelt, wobei hier selten die eigentlich
von demjenigen besessenen Gegenstände aufzufinden sind.
Da man unbegrenzt viele Gegenstände sammeln kann und sich das Inventar mit
allen Teammitgliedern teilt, geht die Übersicht schnell verloren. Zwar
gibt es einige Sortierfunktionen, die aber aufgrund der Vielzahl der
Gegenstände nicht unbedingt für Übersicht sorgen. Auch gehen die vielen Questitems, die
man meist findet ohne es überhaupt mitzubekommen, unter, so daß man
diese eigentlich erst bemerkt, wenn die betreffende Queste schon längst
abgeschlossen wurde.
Das bekannte Gesinnungssystem aus Dungeons & Dragons wurde hier
etwas vereinfacht und so an das Star Wars-Universum angepasst. So gibt
es jetzt statt neun einzelnen Gesinnungen nur noch zwei: die dunkle
Seite und die Seite des Lichts. Anfangs besitzt der Held eine neutrale
Gesinnung und kann sich von da an frei entfalten. Alle seine
Handlungen haben einen gewissen Einfluß darauf, zu welcher Seite er
sich hingezogen fühlt. So hat man zum Beispiel die Wahl, ob man
Pestopfer heilt und das Gegengift den hilfsbereiten Ärzten gibt oder
es an die Unterwelt verkauft, die es sicher nicht für gute Zwecke
einsetzen würde. Diese gesamten Entscheidungen haben abgesehen von dem
eventuell Tod Unschuldiger und der Hautfarbe des Charakters anfangs keine Auswirkungen. Später
allerdings, hängt es von der Gesinnung des Charakters ab, wie effektiv
gewisse Kräfte der Macht eingesetzt und welche
speziellen Gegenstände genutzt werden können.
Mächte gibt es viele, ein einzelner Jedi kann daher nur sehr wenige perfekt
beherrschen, so ist es eigentlich jedesmal möglich einen individuellen
Charakter zu erschaffen. Auch gibt es drei Jedi-Klassen, die sich
anhand ihrer zur Verfügung stehenden Mächte und Talente
unterscheiden. So kann ein Jedi Guardian besser mit dem Lichtschwert
umgehen und auch Sprungattacken ausführen, während die beiden anderen
Klassen mehr Mächte erlernen und einsetzen können. Es gibt desweiteren
drei verschiedene Lichtschwert-Kampfstile (ein zweischneidiges
Lichtschwert, zwei Schwerter oder nur ein einzelnes) und die jeweils
dazugehörigen Talente. Genau wie einige normale Waffen und Rüstungen lassen
sich auch die Lichtschwerter mit bestimmten Gegenständen aufrüsten. So
gibt es bestimmte Kristalle die den Schaden gegenüber Droiden erhöhen
und auch solche, die Gegner lähmen. Die richtige Kombination kann in
großen Schlachten den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage
bedeuten.
Aber schnell wird klar, daß die Jedis gegenüber den anderen
Charakteren die sich dem Spieler anschließen, weit überlegen
sind. Zwar sind diese meist nicht im Umgang mit Computer- und
Sicherheitssystemen geschult, können aber dank ihrer Kräfte solche
Hindernisse leicht umgehen. Kämpfe gegen in der Macht ungeschulte
Gegner sind so selten ein Problem und nur größere Sith-Horden stellen
wirklich ein Problem dar.
Aber nicht nur gekämpft werden muss hier, es gibt auch zahlreiche
Rätsel, die von simplen mathematischen Problemen über
Kombinationsaufgaben bis hin zu den weltbekannten Türmen
von Hanoi reichen. Sogar unerwartet komplexe Mordfälle dürfen
aufgeklärt werden. Wem das allerdings zu schwer oder
zeitaufwendig ist, kann auf solche Aufgaben auch verzichten, auch wenn
man so auf die Erfahrungspunkte verzichten muss. Es gibt aber
ausreichend zu bewältigende Aufgaben, so daß man es ohne große
Probleme schaffen kann bis zum Ende des Spiels das maximale
Level zu erreichen.
Wenn man sich ausgiebig mit den neun Mitstreitern
unterhält, so erhält man weitere Aufgaben, die nicht nur die
Charaktere glaubwürdiger gestalten, sondern auch Erfahrungspunkte
liefern, falls man mal für eine andere gestellte Aufgabe zu schwach
sein sollte.
Die meisten der tapferen Neun sorgen mit ihren meist unerwarteten
Kommentaren für anhaltende Heiterkeit. So weiß ein später im Spiel
erworbener Kampfdroide mit seiner starken Blutgier zu unterhalten,
während sich andere über ihre jeweilige Motivation in den Krieg zu
ziehen streiten. All dies sorgt für eine sehr angenehme Atmosphäre,
die durch eine äußerst gelungene, wenn auch manchmal zu sterile
Graphik unterstrichen wird.
Insgesamt bietet dieses Spiel mehr als man von einem durchschnittlichen Computerrollenspiel erwarten darf. Die Geschichte bietet einige Überraschungen, sogar eine die das altebekannte "Ich bin dein Vater!" übertrifft. Auch die leider sonst selten gewordene Möglichkeit Aufgaben unterschiedlich zu lösen und die beliebige Reihenfolge in der man die verschiedenen Planeten ansteuern kann steigern den Wiederspielbarkeitswert.
(pms)







