In diesem Teil der Ultima-Serie, wird der Avatar beschuldigt, für die Entführung der Tochter eines Barons verantwortlich zu sein. Man selber hat nur gesehen, wie ein Magier die Tochter einem Troll übergab, der diese in das Verließ "The Stygian Abyss" brachte. Versuche des Barons, die Tochter zu befreien sind fehlgeschlagen, weshalb er entschließt, einen einzelnen Mann hineinzuschicken, um ihn für seine Taten zu bestrafen und um ihm eine einigermassen faire Chance zu geben, seine Unschuld zu beweisen. Dieser Mann, ist selbstverständlich der Spieler höchstpersönlich.

Ultima Underworld ist das erste Rollenspiel seiner Art, mit völliger Bewegungsfreiheit steuert man den Charakter in Ego-Perspektive durch die dunklen Verließe. Das hat große Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, das die Gänge dunkler und die Stimmung düsterer ausfallen, als es bei den vorherigen Teilen je der Fall war. Nachteile sind unter anderem, das rollenspielerisch auch eine Menge auf der Strecke bleibt und es auch nicht möglich ist, andere Charaktere in seine Gruppe aufzunehmen. Also bleibt man in diesem Teil, genau wie bei dem Nachfolger, ein Einzelgänger.

Die Story ist spannend, auch wenn sie teilweise etwas langsam voran geht, die Gespräche laufen im Multi-Choice-Verfahren ab und es ist auch möglich die zahlreichen Bewohner des Vulkans zu verärgern oder sich mit ihnen gut zu stellen. Aber das hält den vorher selbst kreierten Helden nicht davon ab, im ersten Level schon zwei ganze Stämme von Goblins auszulöschen oder diese eventuell zu seinem Nutzen gegeneinander auszuspielen. Nebenbei erwähnt, waren die Truppen des Barons an genau diesen Goblins gescheitert. Nach einigen Kämpfen steigt der Tapfere natürlich auch auf und muß jetzt vor einem der in fast jedem Level stehenden Schreine ein Mantra beten und damit seine Fähigkeiten verbessern. Zu Anfang stehen bloß allgemeine Mantras, wie Kampf und Magie, zur Verfügung, aber später findet man auch welche, die sich speziell auf einzelne Fertigkeiten beziehen und diese wesentlich besser steigern oder sogar etwas vollkommen anderes bewirken.

Der Spieler hat auch das erste mal in der Ultima-Serie die Möglichkeit, seine Charakter-Art zu wählen, dazu gehört natürlich auch das Geschlecht oder die Händigkeit (Linkshänder/Rechthänder), auch wenn das keinen großen Einfluß auf das Spielgeschehen hat. Mögliche Charakterklassen wären der Barde, der Druide, der Krieger, der Magier, der Paladin, der Jäger, der Schafhirte (!) oder der Handwerker, welche alle anfangs stark unterschiedliche Fähigkeiten haben. Gezaubert wird nicht mehr mit dem treuen Zauberbuch aus den Vorgängern, sondern mit Runen, die in der richtigen Reihenfolge angeordnet werden müssen. Zwar sind einem die meisten Zauber von Anfang an bekannt, aber die Runen, die dazu nötig sind, ganz zu schweigen von dem nötigen Mana, müssen erst noch redlich verdient werden.

In den Reisen im Vulkan trifft man auf mehrere Völker, mit denen man auch Handeln kann, so kommt man langsam aber sicher dem Endgegner näher, der einen sicher sehr überraschen dürfte. Denn auch in diesem Teil, gibt sich Origin nicht mit einer einfachen Entführung zufrieden.

Als Pionier auf diesem Gebiet ist Ultima Underworld ein Meilenstein der Rollenspielgeschichte, denn langer Spielspaß ist garantiert. Die Musik ist, wenn auch etwas alt, immernoch stimmungsvoll. Man darf sich auch wieder an der alten englischen Sprache erfreuen, die Ultima eigen ist (z.B. "Thou" anstatt "You" und "art" anstatt "are").

Wer sich etwas Gutes tun will, sollte sich dieses Spiel kaufen, auch wenn es nicht den rollenspielerischen Level der Vorgänger erreicht, ist es dennoch ein gutes Rollenspiel, das seinesgleichen sucht.

(pms)